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Griechische Vasenmalerei

White funerary lekythos, circa 410 BC, The National Archeological Museum, Athens
White funerary lekythos, circa 410 BC, The National Archeological Museum, Athens

Die griechische Vasenmalerei ist eine der am meisten verbreiteten Überlieferungsreste aus der griechischen Antike. Sie schließt neben dem griechischen Mutterland auch Großgriechenland hierin mit ein. Vasen waren auch Exportgut. Besonders attische Keramik war sehr gefragt. So kommt es, daß diese in Großgriechenland bis nach Etrurien gelangten. Das wiederum brachte es mit sich, dass zu Beginn des 18. Jahrhunderts, als in etruskischen Gräbern attische Vasen gefunden wurden, diese für etruskisch oder italisch gehalten wurden. Durch Stilvergleich war es aber Johann Joachim Winckelmann, der ihren wahren Herkunftsort erkannte. Gleichwohl wurde diese richtige Erkenntnis lange Zeit nicht anerkannt.

Bemalt wurden alle Arten von Gefäßen, die man für Vorratshaltung, Mahlzeiten und Feste benötigte. Auch als Grabbeigaben wurden Gefäße aufwändig gestaltet. Da es auf diese Weise unzählige bemalte Gefäße gab, hat sich diese Kunstform bis heute sehr gut erhalten und ist in der Klassischen Archäologie oft die Basis für Datierungen. Durch Signaturen sind auch Namen von Malern und Töpfern bekannt. Bei den meisten jedoch muss man sich in der Klassischen Archäologie mit Notnamen behelfen. Solche werden beispielsweise nach charakteristischen Merkmalen, die in ähnlicher Weise häufiger auftreten und daher auf einen engeren Herkunftskreis schließen lassen oder durch Signaturen im Sammlungsinventar, vergeben.

Der geometrische Stil kennzeichnet Gefäße aus der Zeit von Homer, etwa 1050 v. Chr. bis 700 v. Chr. Die Gefäße sind mit Linien und geometrischen Formen, darunter auch stilisierte Menschen- und Tierfiguren, verziert. Die Übergangszeit von der mykenischen zur geometrischen Periode wird als Protogeometrische Periode bezeichnet.

Mit dem Orientalisierender Stil, gegen 725 v. Chr. kommen mehr und mehr figürliche Friese und mythologische Darstellungen auf. Im 7. Jahrhundert v. Chr. entsteht der korinthische Stil, der von Einflüssen aus dem Osten geprägt ist. Korinth beherrschte in jener Zeit den Handelsmarkt für Keramik. Attische Künstler übernehmen die orientalisierenden Motive der korinthischen Vasenmaler.

Die Zeit ist die späte Archaik, also 2. Hälfte des 7. Jahrhundert bis 1. Hälfte 5. Jahrhunderts v. Chr. Die Silhouetten der Figuren werden mit Schlicker auf getrockneten, ungebrannten Ton gezeichnet. Mit einem Stichel werden die feinen Details ausgeritzt. Der Halsbereich oder der Boden sind durch Muster gekennzeichnet wie u.a. von Ranken-Palmetten-Ornament. Beim Brennen wird der Grund rot, während der Schlicker eine schwarze Farbe erhält. Ab etwa 600 v. Chr. spricht man von attisch-schwarzfiguriger Keramik. Einer der bekanntesten Künstler dieser Zeit ist Exekias. Weitere Künstler: Pasiades, Chares.

Rotfigurige Vasenmalerei wurde in der attisch-rotfigurigen Keramik in den Jahrzehnten um 500 v. Chr. verfeinert. Immer mehr Maler gingen dazu über, nicht die Figuren schwarz zu malen, sondern den Hintergrund, vor dem sich die Figuren dann rot abhoben. Mit einzelnen Borsten konnten feinste Linien gezogen werden. Unterschiedliche Konsistenzen des Schlickers erlaubten Abstufungen von Brauntönen. Umgekehrte Darstellung des Verhältnisses von Figur und Grund. Die Figuren werden in Umrissen gezeichnet und in der hellen Farbe des Tongrundes belassen - ermöglicht detaillierte Binnenzeichnung. Von manchen wie Euphronios gibt es Signaturen. Einige Vasen tragen “Unterzeichnungen”, die aus dem Namen eines Mannes (nur einmal möglicherweise eine Frau ) bestehen, und das Verb egraphsen (gemalt) oder epoiesen (gebildet). Egraphsen zeigt dabei den Maler an. “Euphronios egraphsen” heißt wörtlich “Euphronios malte mich”. Es gibt auch bezeichnungen, wo egraphsen und epoiesen zugleich mit dem Namen des Künstlers erscheinen. Dieses gibt es bereits in der schwarzfigurigen Vasenmalerei. Auf einer Halsamphora in Berlin steht die Bezeichnung, wie “Exekias malte und formte mich”. Eigenständig epoiesen kann übersetzt werden, wie “geformt worden”, oder “geformt und gemalt”, aber könnte den Inhaber der Werkstatt auch anzeigen. Durch Stilvergleich ließen sich viele dem einen oder anderen auf Vasen namentlich genannten zuweisen.

Zu den bedeutendsten Zentren der griechischen Keramikproduktion und damit der Vasenmalerei zählen neben der Region Attika und der Stadt Athen u.a. auch Korinth. In Athen ist ja der Kerameikos zugleich der Bezirk in der Stadt, wo das Töpfergewerbe besonders konzentriert war. Bekannt sind aber auch Vasen, die aus Böotien und Lakonien stammten.

Über die griechischen Kolonien in Unteritalien wurden griechische Töpferkunst und Vasenmalerei auch in Italien bekannt. Seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. gibt es in Italien eine Keramikproduktion, die griechische Keramik imitiert. Möglicherweise sind auch griechische Töpfer und Vasenmaler nach Italien ausgewandert. Ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. entwickelte sich in Italien ein eigener Stil, der von griechischen Vorbildern unabhängig war. Die unteritalischen Vasen zeichnen sich durch ihre Größe und den reichen Dekor aus, bei dem zusätzlich noch weiße und rote Farbe verwendet wurde.

Als Bildmotive dienten oft Szenen aus den griechischen Götter - und Heldensagen, aber auch Alltagsszenen. So sind Hochzeitsriten oder das Leben der Athleten durch viele Vasendarstellungen überliefert. Auch erotische Darstellungen finden sich in großer Anzahl.

Antike Vasen unterliegen einem schnell wechselnden Modegeschmack und sind daher zeitlich gut einzuordnen. Die Archäologie verwendet so genannte Typentafeln zur Datierung ihrer Funde und Befunde. Eine Auswahl der wichtigsten Vasenformen der ‘griechischen Welt’:

Amphore
Alabastron (Salbengefäß)
Aryballos (Salbengefäß)
Askos
Dinos (Kessel)
Dipylonvase
Dodwellvase
Hydria (Wassergefäß)
Kantharos (Trinkgefäß)
Kernos
Krater
Kyathos
Kylix (Schale)
Kanne
Labes gamikos (Kessel für Hochzeitszeremonie)
Lekythos
Loutrophoros (Vase für die Hochzeitszeremonie)
Lydion (Salbengefäß)
Oinochoe (Kanne)
Pelike
Psykter (Weinkühler)
Pyxis (Büchse)
Rhyton (Trinkgefäß)
Skyphos (Trinkgefäß)

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