Auch heute widmen sich zahlreiche Töpfermeister in Korea mit der gleichen Hingabe und Sorgfalt ihrer Kunst, mit der sich die Meister der Goryeo-Zeit (918-1392) oder der Joseon-Zeit (1392-1910) der Erzeugung der mystischen Farben des Celadons gewidmet haben.
Korea kann auf eine lange Geschichte in der Keramik zurückblicken. Die erste Töpferei Koreas existierte ungefähr 6000-5000 v. Chr., zu jener Zeit gab es auch in Ägypten, Indien und China Töpfereien. In der Regel wurden damals Gefäße mit Kammmuster hergestellt. Der Einfluß Chinas erreichte Korea ca. 1000 v. Chr., 300 v. Chr. wurden Techniken zum Brennen von Keramik bei hohen Temperaturen entwickelt. Dadurch wurde die Glasur weniger beschädigt und die Gefäße waren für den täglichen Gebrauch besser geeignet. Das Goryeo-Celadon ist ein gutes Beispiel für die einzigartige Schönheit und die Kreativität koreanischer Keramik. Auch die Buncheong-Keramik aus der späten Goryeo-Zeit und die Keramik der Joseon-Zeit sind wegen ihrer Einzigartigkeit weltweit berühmt. Die Onggi-Töpferwaren, die von Laien für den täglichen Gebrauch entwickelt wurden, besitzen einen einfachen Charme. Aufgrund ihrer Einfachheit muten sie beinahe modern an, was vermutlich ihre große Beliebtheit bei Ausländern erklärt.
Diejenigen, die sich für koreanische Kunst und Ästhetik interessieren, wenden sich zuallererst der Keramik zu, da aus ihr ein Identitäts- und Lebensgefühl spricht, das Teil des täglichen Lebens ist. Betrachten wir einmal das Celadon als Beispiel. In der frühen Goryeo-Zeit wurde das Celadon ohne Verzierungen hergestellt, in der Mitte der Goryeo-Zeit, im 12. Jahrhundert, hingegen findet man die ersten Einlegearbeiten. Diese Einlegetechnik gilt im allgemeinen als weiblich und modern, daher wird diese Erscheinung als Wandel der Gesellschaft und des öffentlichen Geschmacks interpretiert. Reinheit wird nach und nach von Sensualität abgelöst.
Gegen Ende der Goryeo-Zeit, als politische Instabilität und soziales Chaos um sich griffen, sank die Popularität des Celadon und die Buncheong-Keramik entstand. Frei in der Form und natürlich in Farbe und Muster spiegelt sie die Hoffnung auf Überwindung der vorhandenen Denkweisen wider. In der Josen-Zeit wiederum schwand die Beliebtheit der Buncheong-Keramik und Porzellan wurde dominierend.
Auch die Muster sind Spiegelbild der Zeiten. Die Muster, in Celadon eingearbeitet oder aufgemalt, waren überwiegend religiös, beeinflusst durch die Dominanz des Buddhismus. Das Porzellan hingegen ist geprägt vom Konfuzianismus, der offiziellen Ideologie der Joseon-Zeit und in den Malereien der chinesischen Gelehrten zu finden. Die Motive wurden folglich Landschaftsmalereien oder den Darstellungen der Sagunja (Pflaume, Orchidee, Chrysantheme und Bambus) entlehnt. Für Buncheong-Keramik wurden häufig geometrische, symbolische oder abstrakte Muster verwendet, auch Pinselstriche dienen der Verzierung.












