Delfter Fayencen waren weiß, stark glasiert und wurden etwa von 1580 bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts in Delft angefertigt. Ihre charakteristische Eigentümlichkeit ist die blaue Bemalung, welche japanische und chinesische Vorbilder aus Porzellan (meist Wan-Li-Stil) nachahmt. Darin unterscheiden sich diese Fayencen von der vorangehenden niederländischen Majolika, die sich an italienischen Vorbildern orientierte. In der Mitte des 17. Jahrhundert erreichte die Fabrikation ihre Blütezeit. Wegen politischer Unruhen in China waren seit 1657 die Porzellanimporte gestört und folglich stieg die Nachfrage nach Delfter Fayence, die zu dieser Zeit auch “porceleyne” bezeichnet wurde.
Später kamen auch andere Farben neben der blauen auf. Man fertigte nicht nur Gegenstände für den Gebrauch (eiförmige Krüge, Schüsseln, Körbe, Schalen, Blumenvasen, Tulpenständer, Spucknäpfe), sondern auch Menschen- und Tierfiguren, Geigen und ähnliche Spielereien. Durch den massenhaften Export der Delfter Fayencen verbreitete sich ihre Dekoration auch anderswo, besonders in England und Deutschland.
Nach dem Niedergang der meisten Fayencemanufakturen im 19. Jahrhundert hatte 1876 Joost Thooft eine alte Töpferwerkstatt erworben und einen Professor für Dekorative Kunst zur Mitarbeit bewogen - beiden gelang eine künstlerische Wiederbelebung der Tradition. Ihre Fabrik - De Porceleyne Fles - produziert bis in die Gegenwart.











